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Kinotipp: Alice im Wunderland
From: Siliva Hähnel   147 days 5 hours 1 minutes ago

Wer das Werk des Kult-Regisseurs Tim Burton kennt, dem ist eines schon lange klar gewesen: Es konnte nur eine Frage der Zeit gewesen sein, bis Burton sich auch dem Klassiker „Alice im Wunderland“ annehmen würde. Die vom britischen Schriftsteller Lewis Carroll erdachte Phantasiewelt schrie geradezu danach, vom Regisseur solcher Filme wie „Edward mit den Scherenhänden“, „Sleepy Hollow“, „Sweeney Todd“ oder auch „Charlie und die Schokoladenfabrik“ umgesetzt zu werden.

Nun ist es endlich soweit: Ab dem 4. März 2010 ist Tim Burton's „Alice im Wunderland“ im deutschen Kino zu sehen. In ausgewählten Lichtspielhäusern kann der bildgewaltige Film auch in 3D genossen werden – eine Chance, die man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.

Die kleine Alice, die wir alle aus Büchern, Filmen und Zeichentrickserien kennen, ist mittlerweile groß geworden. Sie ist 19 Jahre alt und kann sich an ihre Abenteuer im Wunderland nur noch in ihren Träumen erinnern. Als auf einer Gartenparty ein langweiliger Verehrer um ihre Hand anhalten will, wird Alice abgelenkt: Sie sieht ein weißes Kaninchen mit Taschenuhr und folgt ihm, ohne der Heirat zuzustimmen. Wie schon vor 13 Jahren fällt Alice durch das Loch eines Kaninchenbaus und das Abenteuer beginnt! Während für Alice die Welt zunächst neu erlebt, trifft der Zuschauer auf viele alte Bekannte. Der verrückte Hutmacher (Johnny Depp) spielt ebenso eine Rolle wie die Rote Königin (Helena Bonham Carter), die Grinsekatze (im Original gesprochen von Stephen Fry) und die Raupe Absolem (gesprochen von Alan Rickman).

Die neuen Abenteuer der gar nicht mehr so kleinen Alice im Wunderland sind ein großes Abenteuer für Groß und Klein, das man auf keinen Fall verpassen sollte. Nicht nur Fans von Tim Burton dürften von dem phantastischen Spektakel in 3D absolut begeistert sein.

Im Interview mit Anne Hathaway
Aktuell spielt sie die Weiße Königin in Tim Burtons epischem Fantasy-Abenteuer ALICE IM WUNDERLAND.

G: Handelt es sich hierbei um eine Adaption von Lewis Carrols Büchern?
A: Es ist „Alice im Wunderland”, aber 10 Jahre später. Die Geschichte ist nicht dieselbe. Als ich das Buch zur Vorbereitung auf den Film nochmals gelesen habe, ist mir aufgefallen, dass es sich sehr viel um Alice’ Bemühungen dreht herauszufinden, wer sie nicht ist, wobei sie nach einem Ausschlussprinzip verfährt. Sie weiß, dass sie nicht das ist, was ihr alle einreden wollen und deshalb geht sie all diese Fremdvorstellungen ihrer Person einmal durch und bekommt dadurch eine bessere Vorstellung davon, wer sie ist. In Tim Burtons ALICE IM WUNDERLAND versucht Alice sich selbst zu definieren, ohne dabei ähnlich nach dem Ausschlussverfahren zu gehen. Es gibt eine großartige Dialogzeile, in der jemand sagt, „Scheinbar bist du zwar Alice, aber du bist nicht die gleiche.” Das ist mein Lieblingssatz. Ich denke also, wenn es in dem Buch darum geht, dass Alice ihre Vorstellungskraft erkundet, dann geht es in dem Film darum, dass Alice ihr wahres Wesen findet.
G: Könnten Sie Ihren Charakter ein wenig beschreiben?
A: Ich spiele die Weiße Königin. Als ich versuchte mir die Rolle zu erarbeiten, sagte ich mir ständig selbst, ‚sie ist eine vegane Punk-Rock Pazifistin.’ Also habe ich mir jede Menge Songs von Blondie angehört, Greta Garbo Filme angesehen und die Arbeiten von Dan Flavin studiert. Ich habe mich auch ein wenig an Norma Desmond gehalten. Und daraus ist die Weiße Königin entstanden – ich mochte sie sehr. Als ich bei diesem Projekt an Bord kam, erzählte mir Tim sehr viel über die Beziehung der beiden Schwestern zueinander, was mir bei der Erschließung meines Charakters wirklich sehr geholfen hat. Die Weiße Königen trägt dasselbe Erbgut wie die Rote Königin in sich. Sie fühlt sich von der dunklen Seite angezogen, hat aber so große Angst davor, sich ihr zu weit zu nähern, dass sie alles daran gesetzt hat, ihre Umgebung hell und glücklich zu gestalten. Aber sie lebt nur so, weil sie Angst davor hat, irgendwann die Kontrolle über sich zu verlieren. Das gab mir viel Grundlage für ein freies Spiel. Es war einfach großartig, ich hatte soviel Spaß dabei.
G: Warum wollten Sie in diesem Film mitspielen und diese Rolle übernehmen?
A: Lassen Sie mich für einen kurzen Augenblick einfach ein überschwänglicher Fan sein: Ich liebe Tim Burton – er ist einer meiner absoluten Lieblingsregisseure. Seit er Filme macht, habe ich jeden einzelnen davon am Startwochenende gesehen. Und ich sehe sie mir immer wieder auf DVD an. Ich liebe seine Ästhetik. Ich liebe an ihm, dass er als Filmemacher das richtige Tempo vorgibt, seine Zuneigung für diese schrägen Stoffe und die Tatsache, dass er es schafft, diese Stoffe auch irgendwie zu erden. Es ist sehr ungewöhnlich, einen Filmemacher zu finden, der nicht aus Prinzip einfach anders sein will und Dinge zeigen möchte, die noch nie jemand gezeigt hat, sondern dem es wirklich um die Erweiterung seiner eigenen Vorstellungskraft geht. Dementsprechend ist alles, was Tim macht, sehr unverfälscht. Deshalb besitzen seine Filme trotz der manchmal abseitigen Themen auch soviel Seele. Das liebe ich. „Alice” an sich ist schon eine recht klassisch-fantastische Geschichte und wurde schon so oft erzählt, aber als ich von der Kombination Tim Burton/ ALICE IM WUNDERLAND hörte, wusste ich, dass es ein einzigartiges und wundervolles Abenteuer werden würde. Ich liebe meinen Charakter im Film. Mir gefällt, dass sie scheinbar die Stimme der Vernunft verkörpert und man denkt, dass sie die gute Königin sei, aber nicht zwangsläufig ist. Es hat mir wirklich viel Spaß bereitet, mit jener Idee herumzuspielen, dass das, was in Wunderland gut ist, in der realen Welt nicht notwendigerweise auch gut sein muss.
F: Sagen Sie doch etwas zu dem Schauspieler, der den Verrückten Hutmacher spielt.
A: Johnny Depp, der den Verrückten Hutmacher spielt - es macht mir so viel Spaß ihn mir in all seinen Filmen anzuschauen und deshalb war es wirklich ein Genuss, ihn live spielen zu sehen. Er ist so erfinderisch und er ist liebenswürdig. Einfach ein sehr liebenswürdiger, warmherziger Mensch. Aber ihm in seinem Element, seinem Fachgebiet beim Schauspielern zuzuschauen, das ist wirklich aufregend. Ich würde mir wünschen, dass er Theater spielen würde, so dass alle etwas davon hätten. Er ist sehr ausdrucksstark. Ich empfand es als großes Privileg, ihm bei der Arbeit zuzusehen.
G: Was haben Sie denn in dem Film an?
A: Ich trage ein Kleid, das von Colleen Atwood entworfen wurde. Es ist großartig und gleichzeitig das empfindlichste Kleid, das ich jemals anhatte. Ich bin verliebt in dieses Kleid. Es ist so schön. Wenn man jemals davon geträumt hat, eine Märchenprinzessin zu sein, dann hätte man sich auch so ein Kleid gewünscht. Es gefällt mir, dass es so idealisiert ist, so märchenköniginnenhaft. Aber es ist Teil eines Tim Burton Films, also ist auch etwas Dunkles mit von der Partie.
G: Auf was kann sich das Publikum bei diesem Film denn freuen?
A: Da die Welt des Films komplett Tim Burtons Fantasie entspringt, gibt es keine Drehorte zu sehen, die man schon tausend Mal gesehen hat. Und weil es in dieser Welt keine Regeln gibt, sieht man so viele verschiedene Facetten, Farben und Charaktere, die alle durch Tim vereint werden. Ich denke, man bekommt eine vollkommene Erkundung der Einbildungskraft geboten. Ich denke, dass das die Essenz des Buchs ist und das ist auch das, was Tim zu dem Film beigesteuert hat. Jeder Beteiligte hat mit so viel Geschick und Einfallsreichtum und Vorstellungskraft gearbeitet – und ich denke, das ist genau das, worum es in dem Film geht. Wie kann man eine Geschichte erzählen, die die Fantasie hochhält und zwar auf die möglichst fantasievollste Art und Weise, die man sich vorstellen kann? Und das ist so eine großartige Idee.



 
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